Der kleine Ort von Scheiblingstein
Der ist zwar unscheinbar und klein,
Doch wunderbar in seiner Art,
Weil er ein Wunder offenbart!

Dies Wunder zeigt, was möglich ist,
Wenn du ein Scheiblingsteiner bist:
Ob Jungfrau oder Ehemann,
Du meldest dich in Währing an
Und nicht am End' in Scheiblingstein -
So einfach geht das nicht, nein, nein!

Und Steuer zahl'n, dass i net lach',
Das musst du stets in Weidlingbach.
O heiliger Bürokratius mein,
Warum bin ich aus Scheiblingstein?

Die Hauptmannschaft is a net weit,
Die war in Döbling seinerzeit.
Z'erst hams voll Ärger g'schimpft und g'flennt,
Doch heut ham sie sich dran gewöhnt.
zuständig san's nach Tulln - net wahr -
Das ist doch jedem Menschen klar!
O heiliger Bürokratius, gelt,
Es gibt noch Wunder auf der Welt!

Das Postamt ist, wie wunderbar,
In Hintersdorf das ganze Jahr.
Man kann dort schreiben, was man mag,
Nur Sonntag ist ein Ruhetag.
Das Pfarramt merkst du dir ganz leicht,
In Mauerbach gehst du zur Beicht';
Doch stirbt ein Mann in Scheiblingstein,
Dann grabt man ihn im Ort nicht ein.
Man führt ihn 'naus nach Mariabrunn
zum Friedhof, wo die andern ruhn.
O heiliger Bürokratius!
Kein Wunder, wenn man sterben muss!

Und wird der Ort einmal, o Graus,
Ein Kurort, dann halt's keiner aus.
Die Kurtax zahlst in Heilig'nstadt,
In Schwechat nimmst das Wellenbad,
Zum Strandbad fahrst nach Breitensee,
In Scheiblingstein hast nur 's W.C.
O heiliger Bürokratius mein,
Du Schutzpatron von Scheiblingstein!
 
 
Das Lied vom Scheiblingstein (Heiliger Bürokratius)
Worte: Emil Prach, Musik: Rudolf Skoutajan
 
                                                                                                            

 

 

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